Wer zur Nikolauszeit über die Gänge der Grundschule ging, der konnte ein aufgeregtes hin- und her beobachten. Kinder, die zur Garderobe gehen wollten, huschen plötzlich um die Ecke um vielleicht den Nikolaus zu entdecken. Andere mussten plötzlich ganz dringend nach draußen - war da nicht eben ein weißer Bart zu sehen?
Und dann hat es plötzlich an der Tür geklopft. Dreimal hintereinander - und alles wurde still im Klassenzimmer. Da war er, der Nikolaus. Mit Maske. Aber ohne Krampus, so ein Glück.
Nachdem er sich kurz vorgestellt hat, konnte er aus seinem goldenen Buch vorlesen. Dabei waren Lob und Tadel - nicht nur für die Kinder - auch die Lehrerinnen wurden von den Englein fleißig beobachtet. Und da hatten sie bestimmt einiges zu leisten - bei über 320 Kindern verteilt auf 14 Klassen.
Voll des Lobes war der Nikolaus besonders, wenn er über den tollen Gemeinschaftssinn der Kinder berichten konnte. Wie sie sich zum Beispiel gegenseitig helfen, wenn’s einem Kind einmal nicht so gut geht weil es vielleicht traurig ist oder gerade Schwierigkeiten hat mit dem Lernen.Vom Tafel putzen, über Boden wischen bis hin zu Botengängen ins Sekretariat.
Und da mag auch der Tadel des Nikolaus nicht allzu sehr verwundern: Von zu viel ratschen war da die Rede, verpassten Arbeitsanweisungen oder Unordnung auf den Tischen. Allerdings: So liebevolle - aber nicht weniger strenge - Lehrerinnen wie an der Grundschule haben bestimmt die richtige Antwort darauf.
Viele frische Ideen kommen auch von etlichen neuen Lehrerinnen, die seit diesem Schuljahr in der Grundschule unterrichten und sich schnell in die neuen Klassen eingefunden haben. Nur eines musste der Nikolaus wie schon fast jedes Jahr bemängeln: Warum nur müssen die Kinder denn so viel Hausaufgaben machen? Wird sich das denn niemals ändern?
Einige Klassen hatten für den Nikolaus noch Lieder und Gedichte vorbereitet bevor es endlich an die lang ersehnten Geschenke ging. Einen fein verzierten Zauberwürfel durfte sich jedes Kind nehmen zusammen mit einem Stück Obst, das schöne Erinnerungen an den Sommer schafft. Für die gesamte Klasse gab’s dazu noch eine Box mit Spielsachen für die Pausen damit sie sich dort richtig austoben können und anschließend wieder - ganz aufmerksam und ohne zu ratschen - am Unterricht teilnehmen können.
Mit vielen positiven Eindrücken und den besten Wünschen für ein schönes Weihnachtsfest hat er sich dann wieder verabschiedet, der Nikolaus. Auf, zur nächsten Klasse, wo es wieder dreimal laut geklopft hat.